Es ist wieder Brutzeit…

Vogelnest im BaumMit den ersten warmen Tagen und den ersten Blüten und Knospen an den Bäumen vernimmt man auch wieder die bunten Vogelstimmen beim Öffnen der Fenster. Für die heimischen Vögel hat die Brutzeit bereits begonnen. Viele Vogelarten leider unter dem Mangel an natürlichen Brutstätten. Unser Ordnungssinn sorgt dafür, dass immer weniger morsche, efeubewachsene Bäume, Wildhecken oder üppige Fassadenbegrünungen als natürliche Nistplätze vorhanden sind. Ebenso wird das Nahrungsangebot der Vögel durch das akribische Jäten von Unkraut, die sterilen Rasenflächen oder Steinwüsten und das immer seltener Vorhandensein von einheimischen Pflanzen und Bäumen enorm begrenzt. Gefördert kann der Vogelbestand im Garten durch das Anbringen von Nisthilfen und dem Fördern von beispielsweise Dorn- und Beerensträuchern. Sollten Sie ein Nest in einem Ihrer Bäume oder Sträucher bemerken, warten Sie unbedingt mit dem Schnitt bis nach der Brutzeit. Überlegen Sie auch bei der nächsten Pflanzen- oder Baumwahl, ob es ein exotisches Gewächs sein muss oder ein vogelfreundliches Exemplar nicht besser passen würde. Vielleicht findet sich in Ihrem Garten noch ein sonniger Standort für eine Eberesche, besser bekannt als Vogelbeere (Sorbus aucuparia), deren Beeren einer Mehrzahl der heimischen Vögel als Nahrungsquelle dienen.

Auch wir streben bei unseren Baumpflegearbeiten einen schonenden und fördernden Umgang mit allen Baumbewohnern an. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen rund ums Zusammenspiel von Baum und Vogel zur Verfügung und helfen beispielsweise beim Anbringen von Nistkästen in Ihrem Garten.

Weitere Informationen und Tipps zu unseren Vogelarten, Nisthilfen und zum vogelfreundlichen Garten finden Sie bei der Vogelwarte Sempach.

www.vogelwarte.ch

Aufgepasst, es luftet!

Herbst- und Winterstürme sind oft begleitet von erhöhten Windgeschwindigkeiten und teils heftigen Windböen. Unsere Gehölze sind seither darauf eingestellt und vermögen es auch extremen Windlasten standzuhalten. Unter anderdem werden diese durch Schwingungen kompensiert und beim Betrachten der Baumbewegung im Wind wird uns das bemerkenswerte Biegevermögen des vermeintlich steifen Holzes offenbart. Dem sei aber vorausgesetzt, dass keine Faktoren zu Grunde liegen, welche diese Ausgleichsmöglichkeiten einschränken. Doch können beispielsweise Pilzbefall und daraus resultierende Holzfäule oder schlechte Astanbindungen die Belastungsgrenze erheblich herabsetzen und Baumteile versagen lassen.

Achten Sie vielmehr auf:

  • Pilzfruchtkörper
  • offen liegende Holzkörper
  • Risse an Stamm und Ästen
  • Spitzwinklige Vergabelungen
  • Faulstellen
  • Veränderungen im Kronenbild

Bei Unsicherheiten helfen wir Ihnen gerne weiter.

Baumschnitt – aber wann?

Ein Baum kann praktisch das ganze Jahr geschnitten werden. Allerdings reagiert er im Jahresverlauf ganz unterschiedlich auf Schnittmassnahmen und es empfiehlt sich deshalb nicht jederzeit gleichermassen. Die jeweilige Reaktion ist bspw. an Baumart, Zustand, Jahreszeit und Temperatur gebunden.
Besonders gravierend wirken sich Schnittmassnahmen aus, welche unmittelbar vor dem Austrieb (Mobilisierungsphase) stattfinden. Bei sog. blutenden Baumarten wie Birke, Ahorn, Rosskastanie und Walnuss gehen durch den Verlust des Pflanzensaftes erhebliche Mengen von Reservestoffen abhanden und stehen dem Baum nicht mehr zum Abruf bereit. Andererseits kann der Baum in dieser Zeit aber schnell auf Schnittwunden reagieren, was das Risiko eines nachhaltigen Schadens minimiert. Unter Austarierung aller Vor- und Nachteile, die ein Baumschnitt so mit sich bringt, empfiehlt sich der Zeitraum Mai-September als idealer Schnittzeitpunkt. Ausserdem sollte immer in Erinnerung bleiben, dass eine gute Wundreaktion auch reaktionstaugliches Gewebe voraussetzt und dieses erst ab 6-8 Grad aktiv ist.

Da mit Schnittmassnahmen zwangsweise immer auch Zielkonflikte (Schaden/Nutzen) einhergehen, empfiehlt es sich, die Erfordernisse mit den biologischen Gegebenheiten in Einklang zu bringen und fachlich gut gegeneinander abzuwiegen. Fachgerecht vorgenommene Baumpflegearbeiten sind deshalb das ganze Jahr machbar, ohne dass es nachteilig auf den Baum einwirkt. Ferner ist weniger der Zeitpunkt, sondern viel mehr die Art und Schwere des Schnittes entscheidend, denn nur ein falsch geschnittener Baum wird sich in der weiteren Entwicklung schwer tun.

Bei Unsicherheiten beraten wir Sie gerne.