Trockenstress bei Bäumen

Bald rollt die zweite Hitzewelle dieses Jahr über die Schweiz und bringt uns Temperaturen über der 30-Grad-Grenze. Viele Bäume haben sich jedoch noch nicht restlos von den Strapazen der letztjährigen Trockenperiode erholt und sind geschwächt.

Bei Wassermangel verfällt die Pflanze in den sogenannten Trockenstress und kann bei anhaltendem Wasserentzug zentrale Lebensvorgänge nicht mehr aufrechterhalten. Es kommt dann zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit und Schäden, die langfristige Konsequenzen nach sich ziehen können. Im schlimmsten Fall wächst die Pflanze überhaupt nicht an und stirbt ab.

Frisch angepflanzte Pflanzen sind Trockenstress gegenüber besonders gefährdet und auf zusätzliche Wassergaben angewiesen. Sie müssen gegossen werden bis sie am neuen Standort etabliert sind. Grundsätzlich benötigen Bäume mehr Zeit zum Anwachsen als
Sträucher. Beim Wässern von Neupflanzen ist darauf zu achten, dass der Wurzelballen nicht austrocknet und die umliegenden Erdbereiche ausreichend feucht sind, da die Wurzeln schon bald die Pflanzgrube verlassen. Die Wasserausbringung sollte sich in den ersten Monaten
zunächst innerhalb des Giessringes konzentrieren und später nach aussen erweitern. Der Giessring gewährleistet eine gezielte Wassereinleitung in die Pflanzgrube und sollte durch den Baumverantwortlichen regelmässig auf seine Funktionstüchtigkeit überprüft werden, um unkontrollierte Wasserabflüsse zu verhindern. Ferner ist die Giessmulde von Wildwuchs freizuhalten.

Zwischenzeitliche Regenfälle ersetzen das zusätzliche Wässern grundsätzlich nicht. Beim Wässern gilt: ca. 10-20 l/m2 pro Woche bei 1 Giessgang. Das Limit zwischen 30-50 l Wasser pro Baum sollte nicht überschritten werden. Die Bodenfeuchte ist idealerweise vor
jedem Giessgang zu kontrollieren und bei der Wassermengenbemessung miteinzubeziehen, um ein ertränken der Pflanze zu verhindern. Besonders bei gemulchten Baumscheiben kann es wegen geringerer Bodenwasserverdunstung schnell zur Staunässe kommen.

Es ist wieder Brutzeit…

Mit den ersten warmen Tagen und den ersten Blüten und Knospen an den Bäumen vernimmt man auch wieder die bunten Vogelstimmen beim Öffnen der Fenster. Für die heimischen Vögel hat die Brutzeit bereits begonnen. Viele Vogelarten leider unter dem Mangel an natürlichen Brutstätten. Unser Ordnungssinn sorgt dafür, dass immer weniger morsche, efeubewachsene Bäume, Wildhecken oder üppige Fassadenbegrünungen als natürliche Nistplätze vorhanden sind. Ebenso wird das Nahrungsangebot der Vögel durch das akribische Jäten von Unkraut, die sterilen Rasenflächen oder Steinwüsten und das immer seltener Vorhandensein von einheimischen Pflanzen und Bäumen enorm begrenzt. Gefördert kann der Vogelbestand im Garten durch das Anbringen von Nisthilfen und dem Fördern von beispielsweise Dorn- und Beerensträuchern. Sollten Sie ein Nest in einem Ihrer Bäume oder Sträucher bemerken, warten Sie unbedingt mit dem Schnitt bis nach der Brutzeit. Überlegen Sie auch bei der nächsten Pflanzen- oder Baumwahl, ob es ein exotisches Gewächs sein muss oder ein vogelfreundliches Exemplar nicht besser passen würde. Vielleicht findet sich in Ihrem Garten noch ein sonniger Standort für eine Eberesche, besser bekannt als Vogelbeere (Sorbus aucuparia), deren Beeren einer Mehrzahl der heimischen Vögel als Nahrungsquelle dienen.

Auch wir streben bei unseren Baumpflegearbeiten einen schonenden und fördernden Umgang mit allen Baumbewohnern an. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen rund ums Zusammenspiel von Baum und Vogel zur Verfügung und helfen beispielsweise beim Anbringen von Nistkästen in Ihrem Garten.

Weitere Informationen und Tipps zu unseren Vogelarten, Nisthilfen und zum vogelfreundlichen Garten finden Sie bei der Vogelwarte Sempach.

www.vogelwarte.ch

Vorsicht mit Auftausalzen!

Mit den ersten Schneefällen im Winter kommen auch wieder Auftau- und Streusalze zum Einsatz.

Durch den direkten Kontakt mit den Bäumen gelangen die Salze in die pflanzlichen Gewebe und greifen in den Stoffwechsel ein. Verbräunungen der Nadeln und Blätter sind das Ergebnis von Austrocknung und Verbrennung der Gewebe. Sie sind jedoch erst im Frühling und Sommer erkennbar. Beim Eintrag des Salzes in den Boden
verändert sich das Bodengefüge. Natrium- und Chlorid-Ionen gelangen in der Bodenlösung auf indirektem Weg an die Pflanze. Sie werden über die Wurzeln aufgenommen und beeinträchtigen den Nährstoffhaushalt. Dies verursacht ebenfalls Trockenheitsstress, vor allem aber beeinträchtigt es die Stoffwechselvorgänge und zerstört Zellstrukturen. Auffälligste Schäden bei der Belastung des ganzen Systems sind Blattrandverbräunungen und Blattnekrosen. An den Blatträndern werden die höchsten              Salzkonzentrationen nachgewiesen.

Auftausalze haben jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Pflanzenwelt sonder ebenso auf Gewässer und die Bodenlebewesen.

Originaltext 

Mehr Informationen finden Sie im Flyer STREUSALZ: AUSWIRKUNGEN AUF DIE STADTBÄUME von der VSSG (Vereinigung Schweizerischer Stadtgärnereien und Gartenbauämter)

Aufgepasst, es luftet!

Herbst- und Winterstürme sind oft begleitet von erhöhten Windgeschwindigkeiten und teils heftigen Windböen. Unsere Gehölze sind seither darauf eingestellt und vermögen es auch extremen Windlasten standzuhalten. Unter anderdem werden diese durch Schwingungen kompensiert und beim Betrachten der Baumbewegung im Wind wird uns das bemerkenswerte Biegevermögen des vermeintlich steifen Holzes offenbart. Dem sei aber vorausgesetzt, dass keine Faktoren zu Grunde liegen, welche diese Ausgleichsmöglichkeiten einschränken. Doch können beispielsweise Pilzbefall und daraus resultierende Holzfäule oder schlechte Astanbindungen die Belastungsgrenze erheblich herabsetzen und Baumteile versagen lassen.

Achten Sie vielmehr auf:

  • Pilzfruchtkörper
  • offen liegende Holzkörper
  • Risse an Stamm und Ästen
  • Spitzwinklige Vergabelungen
  • Faulstellen
  • Veränderungen im Kronenbild

Bei Unsicherheiten helfen wir Ihnen gerne weiter.

Baumschnitt – aber wann?

Ein Baum kann praktisch das ganze Jahr geschnitten werden. Allerdings reagiert er im Jahresverlauf ganz unterschiedlich auf Schnittmassnahmen und es empfiehlt sich deshalb nicht jederzeit gleichermassen. Die jeweilige Reaktion ist bspw. an Baumart, Zustand, Jahreszeit und Temperatur gebunden.
Besonders gravierend wirken sich Schnittmassnahmen aus, welche unmittelbar vor dem Austrieb (Mobilisierungsphase) stattfinden. Bei sog. blutenden Baumarten wie Birke, Ahorn, Rosskastanie und Walnuss gehen durch den Verlust des Pflanzensaftes erhebliche Mengen von Reservestoffen abhanden und stehen dem Baum nicht mehr zum Abruf bereit. Andererseits kann der Baum in dieser Zeit aber schnell auf Schnittwunden reagieren, was das Risiko eines nachhaltigen Schadens minimiert. Unter Austarierung aller Vor- und Nachteile, die ein Baumschnitt so mit sich bringt, empfiehlt sich der Zeitraum Mai-September als idealer Schnittzeitpunkt. Ausserdem sollte immer in Erinnerung bleiben, dass eine gute Wundreaktion auch reaktionstaugliches Gewebe voraussetzt und dieses erst ab 6-8 Grad aktiv ist.

Da mit Schnittmassnahmen zwangsweise immer auch Zielkonflikte (Schaden/Nutzen) einhergehen, empfiehlt es sich, die Erfordernisse mit den biologischen Gegebenheiten in Einklang zu bringen und fachlich gut gegeneinander abzuwiegen. Fachgerecht vorgenommene Baumpflegearbeiten sind deshalb das ganze Jahr machbar, ohne dass es nachteilig auf den Baum einwirkt. Ferner ist weniger der Zeitpunkt, sondern viel mehr die Art und Schwere des Schnittes entscheidend, denn nur ein falsch geschnittener Baum wird sich in der weiteren Entwicklung schwer tun.

Bei Unsicherheiten beraten wir Sie gerne.

Der ALB

In der Schweiz wurde im Jahr 2011 erstmals der Erstnachweis des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) angeführt. Der holzbrütende Käfer ist mit Verpackungsholz eingeschleppt worden und befällt eine Vielzahl einheimischer Gehölze, welche dadurch erheblich geschädigt werden können. Seit 2001 nehmen ALB Diagnosen an stehenden Bäumen länderübergreifend zu. In Winterthur mussten infolge eines Befalls umfangreiche Gehölzbestände gerodet werden um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Der ALB gilt laut Gesetz als besonders gefährlicher Schadorganismus und ist meldepflichtig. Um ökonomische und ökologische Schäden zu verhindern gilt es, den Käfer in Europa auszurotten. Diagnosen und Verdachtsfälle sind daher den eidg. bzw. kantonalen Pflanzenschutzdiensten, der WSL oder anderen Baumsachverständigen zu melden.

Man achte an Bäumen auf kreisrunde Bohrlöcher an Stamm und Ästen, die einen minimalen Durchmesser von 0.8 cm aufweisen. Ein weiteres Befallsmerkmal sind ausgeworfene grobe Späne am Boden oder in Astgabeln. Ausführliche Informationen und Bildmaterial zum Thema stellt die WSL im Internet zur Verfügung.

Nadelbräune an Kiefer

Zunehmend fallen Föhren durch verkahlende Triebe und braun verfärbte Nadeln auf. Ausgehend von den älteren Nadel breitet sich die Symptomatik in Richtung Triebspitze aus, sodass bei stärkerem Befall nur noch 1-2 Nadeljahrgänge verbleiben. Dadurch wirken die einzelnen Triebe aus der Ferne betrachtet wie Pinsel. Besonders davon betroffen sind Bergföhren und deren Kultivare. Grundsätzlich können aber alle Kiefernarten befallen werden. Verursacht wird dies durch die Dothistroma-Nadelbräune, die auch Rotbandkrankheit genannt wird.
Der pathogene Pilz ringelt die Nadel, welche oberhalb der Stelle schliesslich abstirbt und eine blasse rotbräunliche Farbgebung annimmt.

Viele Nadeln wirken dadurch gebändert, haben aber noch häufig eine grüne Nadelbasis. Völlig abgetöte Nadeln verbleiben noch lange Zeit am Trieb und grenzen sich scharf von den grünen Neutrieben ab.

Bei mehrjähriger Schüttung infizierter Nadeln im Sommer ist der Fortbestand der Pflanze gefährdet. Hierbei weisen stark beschattete oder unzureichend belüftete Pflanzen insgesamt eine höhere Anfälligkeit auf, da der Pilz von einem feuchten Milieu profitiert.
Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Nadelbräune- oder Nadelschüttekrankheiten an Föhre sind gegeben.

Gegenmassnahmen
– Vorbeugend für gute Pflanzenbelüftung sorgen
– Fungizidapplikation vor dem Austrieb

Bei Unsicherheiten helfen wir gerne weiter.